Alte Weisheiten


 

September

 

 

 

Wie Sankt Ägidientag, so der ganze Monat mag.

 

Erklärung: Der 1. September ist der Tag des heiligen Ägidius. Zu Beginn des Septembers lässt sich, je nach Wetterlage, eine unterschiedlich starke Aussage für den restlichen Monat machen. Einem kühlen Monatswechsel folgt nach Auswertung langjähriger Aufzeichnungen in zwei von drei Jahren ein kühler Gesamtmonat. Ist der Monatswechsel zu warm, fällt der gesamte Monat in drei von fünf Jahren, also in nur noch 60 Prozent der Fälle zu warm aus. Bei Regen folgt mit 63-prozentiger Wahrscheinlichkeit ein zu nasser September. Die deutlichste Aussage erlaubt ein zu trockener Monatsbeginn: Dann bleibt der Gesamtmonat sogar mit 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit zu trocken.

 

                                                                   Gib auf Ägidius wohl acht,

                                                                   er sagt dir, was der Monat macht.

 

 September schön in den ersten Tagen,

 will den ganzen Herbst ansagen.

 

                                                     Wenn Septemberregen den Weinberg trifft,

                                                     so ist der Wein schlimmer als Gift.

 

 

Donnert's im September noch, liegt der Schnee um Weihnacht hoch.

 

 Erklärung: Im September treten zwar im Gegensatz zum August deutlich   weniger, doch immer noch einige Gewitter auf. Ein Zusammenhang zwischen der Gewitterhäufigkeit im September und einem schneereichem Winter kann aber nicht nachgewiesen werden.

 

 

                                                             Septemberanfang mit feinem Regen

                                                             kommt allzeit dem Bauer gelegen.

 

 

September warm und klar,

verheißt ein gutes nächstes Jahr.

 

 

Ist Regine warm und sonnig, bleibt das Wetter lange wonnig

 

Erklärung: Der 7. September ist der Tag der heiligen Regina. Bei warmem und sonnigem Wetter Anfang September sieht es statistisch gesehen auch für den restlichen Monat ganz gut aus: In drei von fünf Jahren folgt bei warmem Wetter ein überdurchschnittlich warmer Gesamtmonat. Bei einem trockenem Septemberbeginn bleibt der restliche September sogar mit 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit zu trocken. Zum Teil hält das schöne Herbstwetter sogar bis in den Oktober hinein an.

 

 

                                                               Nach Septembergewittern wird

                                                               man im Februar vor Kälte zittern.

 

 

Wenn der September noch donnern kann,

setzen die Bäume viel Blüten an.

 

 

 

Ist's hell am Kreuzerhöhungstag, so folgt ein strenger Winter nach.

 

Erklärung: Am 14. September wird das Fest der Kreuzerhöhung (Verehrung des heiligen Kreuzes) gefeiert. Die Witterung Mitte September erlaubt einen wagen Ausblick auf den kommenden Winter. Herrscht um den 14. September sonniges Hochdruckwetter, gibt es nach Auswertung von langjährigen meteorologischen Aufzeichnungen in drei von fünf Jahren überdurchschnittlich viele Frosttage im Januar und Februar.

 

 

                                                            Durch Septembers heiteren Blick,

                                                            schaut noch einmal der Mai zurück.

 

 

Septembernebel, wenn er steigend sich erhält,

bringt Regen, doch klar Wetter, wenn er fällt.

 

 

 

Auf Lambert hell und klar, folgt ein trocken Jahr.

 

Erklärung: Der 17. September ist der Tag des heiligen Lambert von Maastricht. Es folgt nach sonnigem Hochdruckwetter um den 17. September in zwei Drittel aller Fälle ein zu trockenes Frühjahr. Auch die Umkehrregel gilt: nach einem trüben St. Lambert folgt in durchschnittlich zwei von drei Jahren ein zu nasses Frühjahr.

 

 

                                                              Zeigt sich klar Mauritius,

                                                              viele Stürm' er bringen muss.

 

Wenn's im September blitzt und kracht,

gibt's eine späte Blütenpracht.

 

                                                            Warme Nächte bringen Herrenwein,

                                                            bei kalten Nächten wird er sauer sein.

 

 

 

Wie's Matthäi treibt, es vier Wochen bleibt.

 

Erklärung: Der 21. September ist der Tag des heiligen Matthäus. Die Witterung in der zweiten Septemberhälfte hat eine große Erhaltungstendenz. Sonniges Hochdruckwetter wird als Altweibersommer bezeichnet. Hat sich solch eine Wetterlage um den 21. September eingestellt, ist nach Auswertungen von meteorologischen Daten auch in den nächsten vier Wochen noch mit 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit überdurchschnittlich sonniges und trockenes Wetter zu erwarten. Ist am 21. September mehr als 0,1 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, ist auch die Folgewitterung eher nass. Das ergibt die Auswertung langjähriger meteorologischer Daten.

 

 

 

                                                                 Ein Herbst, der hell und klar,

                                                                 ist gut für das kommende Jahr.

 

Viel Nebel im September über Tal und Höh',

bringt im Winter tiefen Schnee.

 

 

 

 

Kommt Michael heiter und schön, wird es noch vier Wochen so gehen.

 

Erklärung: Der 29. September ist der Tag des heiligen Michael. Der Michaelistag ist ein wichtiger Wetter- und Lostag im Bauernjahr. Eine Hochdruckwetterlage mit Sonnenschein und angenehm warmen Temperaturen Ende September wird im Volksmund als Altweibersommer bezeichnet. Sie ist in vielen Fällen recht stabil, so dass das Wetter mehrere Wochen schön bleiben kann. Statistische Auswertungen ergaben, dass der nachfolgende Oktober in knapp zwei Drittel der Jahre (etwa 65 Prozent) zu warm ausfällt . In den Morgenstunden hält sich oft Nebel.

 

 

Michael feucht, Winter wird leicht.

 

Erklärung: Der 29. September ist der Tag des heiligen Michael. Zusammen mit Raphael, Gabriel und Uriel ist Michael einer der vier Erzengel. Der Michaelistag ist ein wichtiger Wetter- und Lostag im Bauernjahr. Endet der September mit Regenwetter ist eher ein milder als ein kalter Winter zu erwarten. In knapp zwei von drei Jahren etwa (65 Prozent) fällt der Winter im Mittel zu mild aus, in drei von fünf Jahren liegt die Temperatur sogar auch in allen Einzelmonaten über dem Durchschnittswert. Damit sind tatsächlich nur recht kurze Episoden mit kaltem Winterwetter zu erwarten. Dass nach einem kalten 29. September ein harter Winter folgen soll, kann nicht nachgewiesen werden.

 

 

Oktober

 

 

Wenn's im Oktober friert und schneit, bringt der Jänner milde Zeit.

 

Erklärung: Viele Oktoberregeln beziehen sich auf die zu erwartende Winterwitterung. Ein Oktober, deren Mitteltemperatur mindestens 1,5 Grad unter dem Durchschnitt liegt, zieht in zwei von drei Jahren einen milden Januar und sogar und in drei von vier Jahren einen milden Februar nach sich.

 

 

 

                                                                     Warmer Oktober bringt fürwahr

                                                                     uns sehr kalten Februar.

 

 

Ist der Oktober freundlich und mild,

ist der März dafür rau und wild.

 

 

Viel Nebel im Oktober - viel Schnee im Winter.

 

Erklärung: Ein nebelreicher Oktober begünstigt einen schneereichen Winter. Dies konnte anhand langjähriger Daten mit etwa 60-prozentiger Wahrscheinlichkeit bestätigt werden. Dabei steht die Regel in Zusammenhang mit anderen Bauernregeln, die nach einem warmen und sonnenscheinreichen Oktober einen kalten Winter versprechen. Während solcher Hochdrucklangen im Oktober gibt es morgens oft Nebelfelder.

 

 

 

                                             Oktoberregen verspricht ein Jahr voller Segen.

 

Bringt der Oktober noch Gewitter,

wird der Winter meist ein Zwitter.

 

 

 

                                                        Hilft der Oktober nicht mit Sonne,

                                                        so hat der Winter keine Wonne.

 

 

 

Wie im Oktober die Regen hausen, so im Dezember die Winde sausen.

 

Erklärung: Statistisch lässt sich kein Zusammenhang zwischen Regentagen im Oktober und Sturmtagen im Dezember nachweisen. Da nach einem kalten Oktober aber eher ein zu milder Winter folgt, könnten sich hier milde Westwindwetterlagen eingeprägt haben.

 

 

 

                                                                   Oktober-Sonnenschein

                                                                   schüttet Zucker in den Wein.

 

Bringt der Oktober viel Regen,

ist's für die Felder ein Segen.

 

                                                                  Oktobersonne - Winzers Wonne.

 

 

 

Bringt Oktober Frost und Wind, wird der Januar gelind.

 

Erklärung: Der Oktober zeigt oft einen gegenteiligen Witterungscharakter wie der folgende Januar. Überwiegt im Oktober der Zustrom kalter Luft, so dass sogar schon in tiefen Lagen nasser Schnee fällt, dann folgt mit sehr großer Wahrscheinlichkeit ein milder Januar. In 83 Prozent der Fälle schneit es dann im Januar zu wenig.

 

 

 

                                                          Ist der Oktober kalt,

                                                          macht er Raupenfraß halt.

 

Gewitter im Oktober künden,

dass du wirst nassen Winter finden.

 

                                                          Im Oktober Sturm und Wind uns

                                                         den frühen Winter künd't.

 

 

 

 

Gießt es an St. Gallus (16.10.) wie ein Fass, wird der nächste Sommer nass.

 

Erklärung: Der 16. Oktober ist der Tag des heiligen Gallus. Der Einsiedler Gallus war als Missionar im Bodenseeraum tätig. Er ist der Gründer des späteren Benediktinerklosters Sankt Gallen in der heutigen Schweiz. Im Bauernkalender galt der Gallus-Tag als Winterbeginn. Für diese Regel lässt sich nur unter besonderen Umständen ein Nachweis führen. Betrachtet man die Jahre, an denen es am 16.10. mehr als zehn Liter Regen pro Quadratmeter gegeben hat, folgte in drei von fünf Jahren ein nasser Sommer nach.

 

 

                                                Oktobergewitter sagen beständig,

                                                der kommende Winter wird wetterwendig.

 

 

Oktoberschnee tut Pflanzen und Saaten weh

 

 

 

 

Im Oktober der Nebel viel, bringt im Winter der Flocken Spiel

 

Erklärung: Ein nebelreicher Oktober begünstigt einen schneereichen Winter. Dies konnte anhand langjähriger Daten mit etwa 60-prozentiger Wahrscheinlichkeit bestätigt werden. Dabei steht die Regel in Zusammenhang mit anderen Bauernregeln, die nach einem warmen und sonnenscheinreichen Oktober einen kalten Winter versprechen. Während solcher Hochdrucklangen im Oktober gibt es morgens oft Nebelfelder.

 

 

                                                   Nichts kann mehr vor Raupen schützen,

                                                  als wenn der Oktober erscheint mit Pfützen.

 

 

Wenn's im Oktober wetterleuchtet,

noch mancher Regen die Äcker feuchtet.

 

 

 

Ist der Oktober warm und fein, kommt ein scharfer Winter drein. Ist er aber nass und kühl, mild der Winter werden will.

 

Erklärung: Nach einem schönen Altweibersommer gibt es häufig einen kalten Winter. Ist der Oktober im Mittel mehr als 1,5 Grad zu warm und gleichzeitig zu trocken, dann ist fast immer ein kalter Januar und in zwei von drei Jahren noch ein überdurchschnittlich kalter Februar zu erwarten. Ist der Oktober dagegen mehr als 1,5 Grad zu kalt, folgt in zwei von drei Jahren ein milder Januar und in drei von vier Jahren auch ein zu milder Februar.

 

 

 

 

                                                                        Endet erst die Sommerzeit,

                                                      dann ist Weihnacht` nicht mehr weit.

 

 

Kommt schon im Oktober die Feldmaus ins Dorf,

so kümmere dich eifrig um Torf und Holz.

 

 

 

 

Oktoberhimmel voller Sterne haben warme Ofen gerne.

 

Erklärung: Oft tritt im Oktober während klarer, windschwacher Nächte der erster Bodenfrost auf. Auch die Lufttemperatur einige Meter über dem Boden liegt dann nur noch wenig über null Grad oder es gibt hier ebenfalls schon leichten Frost. Vielerorts beginnt im Oktober die Heizperiode.

 

 

 

 

                                                Ist Sankt Lukas (18. Oktober) mild und warm,

                                                kommt ein Winter Gott erbarm.

 

 

Wenn das Blatt am Aste bleibt,

ist der Winter noch recht weit.

 

 

 

Wenn Simon und Judas (28.10.) vorbei, ist der Weg zum Winter frei.

 

Erklärung: Tageslänge und Sonnenstand nehmen im Oktober rapide ab. Im November sind schon winterliche Verhältnisse erreicht, Sonnenstand und Tageslänge entsprechen etwa den Bedingungen Anfang Februar. In vielen Jahren tritt im November die erste winterliche Witterungsperiode auf und es fällt der erste Schnee.

 

 

 

 


100 jähriger Kalender

 September

 

 

 

Im September gibt er wenig warme Tage. Anfang des Monats sorgt der Regen für kalte Tage. Der Sturm Mitte des Monats wird von Nebel begleitet.

 

 

                          Septemberwärme dann und wann,

                            zeigt einen strengen Winter an.

 

 

 

Oktober

 

 

 

Der Oktober hält Regentage bereit, doch am Monatsanfang wird das Wetter noch einmal sonnig. Gegen Monatsende gibt es Frost und Nebel zieht auf.

 

 

                                   Oktober rauh, Januar flau


Ereignistage

Erntedank

 

 

Mit dem Erntedankfest, das meistens am ersten Oktobersonntag, manchmal aber auch schon Ende September begangen wird, endet im Brauchtumsjahr die an Festen arme Sommerzeit. Nun sollen die Menschen für das danken, was sie erhalten haben.

In den Kirchen werden die Altarräume festlich mit den Früchten des Feldes, mit Blumen, Obst, Gemüse wie Kürbis und Kartoffeln geschmückt. Über den meist kunstvoll drapierten üppigen Gaben thront gewissermaßen der Erntekranz – oder besser gesagt die Erntekrone.

Sie wird mit langen Getreidehalmen sorgfältig geflochten und mit Feldfrüchten und Bändern verziert. Früher, als es noch keine Mähdrescher gab, als alles noch mit Muskelkraft geleistet werden musste, da beging man den ersten Schnitt des Getreides in einer Art Segnungsfeier. In dieser Zeremonie wurden die Sensen und Rechen gesegnet .das erste Fuder musste ohne Lärm und Streit eingebracht werden, sonst bedeutete es Unglück. Und die letzten Körner einer Ernte wurden unter das Saatgut für das nächste Jahr gemengt.

 

 

Altweibersommer

 

 

 

Der Altweibersommer erreicht uns meist zum Herbstanfang. Sowohl Einzug als auch Dauer können beim Altweibersommer allerdings von Jahr zu Jahr variieren. In der Regel tritt der Altweibersommer aber gegen Ende September, Anfang Oktober ein und kann bis Ende Oktober andauern.

Hierbei handelt sich um eine beständige frühherbstliche Hochdrucklage über Mitteleuropa, die mit sommerlichen Temperaturwerten am Tag und kühlen Nächten (starke Taubildung, oft Strahlungsnebel) einhergeht.

Der Name leitet sich von Spinnfäden her, mit denen junge Baldachinspinnen im Herbst durch die Luft segeln. Der Flugfaden, den die Spinnen produzieren und auf dem sie durch die Luft schweben, erinnert die Menschen an das graue Haar alter Frauen.